Heilige Corona spült neues Geld in die Wirtschaft

Die heiligeCorona (Korona) oder auch Stephana (* um 160 in Ägypten oder Syrien; † 177) soll Legenden nach eine frühchristliche Märtyrin gewesen sein. Sie ist nach katholischer Betrachtung die Patronin des Geldes, der Metzger und Schatzgräber.[1] Das Patronat in Geldangelegenheiten verdankt sie ihrem Beinamen, der auf Deutsch „Krone“ bedeutet, eine Bezeichnung für verschiedene Währungen.

Die Verehrung dieser frühchristlichen Märtyrin begann vermutlich in Ägypten und verbreitete sich zunächst im Orient und dann im Westen. Bereits im 6. Jh. sollen Reliquien über Zypern und Sizilien nach Italien gelangt sein. In Castelfidardo bei Osimo/Ancona gab es im frühen Mittelalter eine Kirche zu Ehren der Märtyrer Corona und Victor. Teile der dortigen Reliquien kamen 1191 nach Osimo bei Ancona.[10]

Im 9. Jh. sind Reliquien in Feltre/Region Venetien nachgewiesen, für die man um 1100 die Basilika zu Ehren der Märtyrer Victor und Corona errichtete. Die Reliquien in Feltre wurden 1943 und 1981 untersucht mit dem Ergebnis, dass es sich um die sterblichen Überreste eines Mannes und einer Frau handelt; durch Pflanzenpollen konnten sie auf das 2. Jh. datiert und ihre Herkunft aus dem Mittelmeerraum bestätigt werden.[11]

Reliquientranslationen der Heiligen Corona erfolgten bereits in der Regierungszeit des ersten deutschen Kaisers, des Liudolfingers Otto I. (962–973):

Im Jahre 964 gelangten Reliquien an das Stift Quedlinburg, der Memoria-Stätte für den am 2. Juli 936 verstorbenen ersten liudolfingischen König Heinrich I. Bei der nach einem Brand erforderlichen Neuweihe der Stiftskirche St. Servatius am 24. September 1021 in Anwesenheit des letzten Liudolfingers, Kaiser Heinrichs II., wird Corona unter den Heiligen genannt, die in einen ausschließlich weiblichen Heiligen gewidmeten Altar eingeschlossen wurden. Für das Jahr 1344 ist ein Coronaaltar belegt. Der Quedlinburger Domschatz enthält einen Coronaschrein; dieser ist spätgotisch und möglicherweise aus der Amtszeit der Äbtissin Adelheid IV. von Isenburg (1405–1435), da das Wappen der Isenburger und ein nicht identifiziertes Wappen auf den Stirnseiten des Schreines abgebildet sind.

Im mittelalterlichen Bremer Dom, in den 965 der Heiligen zugeschriebene Reliquien gebracht wurden, muss es eine bedeutende Corona-Verehrung gegeben haben, wie hier gefundene Pilgerzeichen und drei Skulpturen im Dom nahelegen.[12]

Ebenso verehrte sie der Liudolfinger Kaiser Otto III., der nach seiner Kaiserkrönung im Jahre 996 Corona-Reliquien zusammen mit Reliquien des hl. Leopardus von Otricoli in Umbrien nach Aachen überführen ließ.[13] Beide Heiligen wurden zu Mitpatronen des Aachener Marienstiftes erhoben. Die Blei-Reliquiare aus dem frühen 11. Jahrhundert wurden 1843 wieder aufgefunden.[14] Deren Inhalt wurde im neobyzantinischen Corona-Leopardus-Schrein des Aachener Doms eingebettet, der in den Jahren 1911/1912 durch den Aachener Goldschmied Bernhard Witte geschaffen worden war und 2020 restauriert wird.[15] Die in den Portalnischen des Corona-Leopardus-Schreins angebrachten Reliefs zeigen Darstellungen des Martyriums von Corona und Leopardus, die Überführung der Reliquien nach Aachen durch Otto III. und die Hebung der Bleisärge im Jahr 1910. In den Nischen der Kreuzarme sind Statuetten der Kaiser Otto I., Otto II., Otto III. und Heinrich II., jeweils flankiert von zwei Engeln mit Palmzweigen.

Im Straßburger Münster stellt ein Bleiglasfenster des 14. Jahrhunderts die Corona in langem Kleid, mit Mantel und weißem Schleier dar, in der linken Hand einen Palmzweig; um den Nimbus verläuft die Umschrift „S. C O R O N A“.[16]

Im 14. Jh. brachte Kaiser Karl IV. Corona-Reliquien von Feltre/Region Venetien in den Prager Dom. In der Folgezeit verbreitete sich die Corona-Verehrung in Böhmen und Niederösterreich sowie in Ober- und Niederbayern, wo Wallfahrtskirchen errichtet wurden.

Gedenktag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der kirchliche Gedenktag der Märtyrin Corona ist nach dem Martyrologium Romanum der 14. Mai.[17]

Patronate und Patrozinien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Niederösterreich und vor den Toren Wiens gibt es zwei nach der hl. Corona benannte Ortschaften: St. Corona am Wechsel und St. Corona am Schöpfl bei Altenmarkt im Wienerwald. Weitere Orte der Verehrung sind im LThK und im Ökumenischen Heiligenlexikon aufgeführt.[18]

Vom 15. Jh. an wurden im Zuge der Verbreitung der Corona-Verehrung auch in Bayern zahlreiche Kirchen mit dem Patrozinium der Märtyrin Corona errichtet, wozu auch die Benediktinermönche von Kloster Niederaltaich an der Donau beigetragen haben.

Zu nennen sind in Bayern:

Siehe auch: Liste von Coronakirchen

Ikonographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der christlichen Kunst wird die hl. Corona in der Regel mit folgenden Attributen dargestellt: Nimbus, Krone und Palme als Attribute aller Märtyrer sowie Goldstück oder Schatzkästchen als Hinweis auf ihre Hilfe in Geldangelegenheiten. Das Attribut der Palme steht der zwischen zwei Palmen aufgehängten Märtyrin demnach aus beiden Gründen zu.[19] Häufige Bildmotive sind Szenen ihres Martyriums: Fesseln der Arme und Beine zwischen zwei herabgezogenen Palmen, die beim Emporschnellen den Körper zerreißen, aber auch kreuzartiges Zerreißen oder Zersägen des Körpers.[20]

Brauchtum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An einzelnen Wallfahrtsorten soll die hl. Corona auch als Helferin bei Viehseuchen angerufen worden sein. Der Brauchtumsforscher und Theologe Manfred Becker-Huberti erklärte im Mai 2020, dass ihre vereinzelte Verehrung als Patronin gegen Tierseuchen oder allgemein gegen Seuchengefahr es nicht rechtfertige, sie weltweit als Pandemie-Heilige anzusehen und zu verehren.[21]

Das Corona-Gebet oder Kronengebet ist ein volksmagisches Ritual, das besonders im 17. und 18. Jahrhundert verbreitet war und zum Aufspüren verborgener Schätze diente. Es findet sich in mehreren Zauberbüchern, darunter im 6. und 7. Buch Mose.[22] Die Schatzhebegebete wurden von vorgeblichen magischen Experten als vermeintlich sicheres Mittel zum Erlangen riesiger Reichtümer verkauft. Gerichtsprozesse der frühen Neuzeit, die sich mit magischer Schatzgräberei befassen, siedeln das Delikt meistenteils nicht in den Bereich der Magie an, sondern werten es als Betrug. Neben Corona war auch der heilige Christophorus ein beliebter Patron der Schatzsucher.[23]Heilige Corona zwischen zwei Palmen (Pilgerzeichen aus Blei, um 1400)

Aus dem niederösterreichischen St. Corona am Wechsel ist das Wallfahrtslied Corona hoch erhoben aus diesem Erdental überliefert,[24] das auf die Melodie des Kirchenlieds Gelobt sei Jesus Christus in alle Ewigkeit[25] gesungen wird. Der Autor und die Entstehungszeit des Textes sind nicht bekannt.[24] Aus St. Corona am Wechsel wird von Anrufung um Standhaftigkeit im Glauben, bei Bitten gegen Unwetter und Missernte und zur Abwendung von (Tier-)Seuchen berichtet.[26][27] Dies wird im entsprechenden Artikel des Ökumenischen Heiligenlexikons aufgegriffen,[9] findet sich aber nicht in sonstiger Fachliteratur.[28][29] Die Angabe geht auf eine lokale Tradition in St. Corona am Wechsel zurück, der zufolge die Heilige von der bäuerlichen Bevölkerung dort gegen Tierseuchen angerufen wurde.[30][29] Ebenso soll sie dort regional als Patronin der Holzfäller verehrt worden sein.[26][31]

Die hl. Corona soll auch namengebend gewesen sein für die bis 1924 geltende österreichische Währung „Krone“ und vielleicht auch für die in Wien erscheinende „Kronen Zeitung“ sowie für die seit 1907 bestehende Wiener Apotheke „Zur Heiligen Corona“.[32][33]

Die Bezeichnung des Virus SARS-CoV-2 (severe acute respiratory syndrome coronavirus) als „Corona-Virus“ ist aus etymologischen Gründen von lat. „Corona“ (Kranz, Krone) abgeleitet; denn Coronaviren erscheinen unter dem Mikroskop kronenartig.Es gibt übrigens Millionen von Viren.

Die Pfarrei St. Pankratius in Roding veröffentlichte während der Coronavirus-Pandemie 2019/20 eine Gebetsform mit Anrufung der heiligen Corona.

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