Die PCR-Tests rücken immer mehr ins Zentrum der Kritik an der Handhabung der Pandemie durch die Behörden. Auf die durch den Test ermittelten „positiven Fälle“ stützen sich weltweit so ziemlich alle Maßnahmen. Wenn der Test aber falsche Ergebnisse liefert, so fehlt den Maßnahmen die Grundlage. Es ist erstaunlich, mit welcher Nonchalance manche Behörden (auch in Österreich) über die evidenten Probleme des Test hinwegsehen und ohne belastbare, „gerichtsfeste“ Grundlage Entscheidungen massiver gesellschaftlicher Tragweite treffen.

  1. Die Tests erkennen nicht das Virus selbst, sondern nur Fragmente und können daher nichts über die Infektiösität einer positiv getesteten Person aussagen.
  2. Ein wichtiger Parameter in der Auswertung der Tests wird von Laboren nicht kommuniziert, gibt aber Auskunft über die Virenlast und damit über erwartbaren Krankheitsverlauf und Infektiösität.
  3. Kein Test kann 100 Prozent genaue Ergebnisse liefern. Damit ergeben sich je nachdem wie groß der Prozentsatz der Infizierten ist, entsprechend große Anteile an falsch-positiven oder falsch-negativen Ergebnissen.

Test erkennt kein Virus

Der Test sollte erkennen, ob jemand mit dem Virus noch aktuell infiziert ist und andere Menschen anstecken kann. Der Test erkennt aber nur Fragmente oder Bruchteile von Viren, die für Coronaviren typisch sind.

Aus vielen Untersuchungen weiß man mittlerweile, dass reproduktionsfähige Viren etwa 7 Tage lang im Körper vorhanden sind. Fragmente des Virus verbleiben jedoch nach der Zerstörung der Viren durch das Immunsystem noch viele Tage im Körper. Im Schnitt rechnet man mit etwa 21 Tagen, sie wurden aber auch noch nach 83 Tagen nachgewiesen.

Der Test kann also reproduktionsfähige Viren nur in etwa einem Drittel der Zeit erkennen, in der ein Nachweis erbracht werden kann. Ein positives Testergebnis kann also keine Aussage über Infektiösität treffen, es sei denn, es liegt noch zusätzlich eine klinische Diagnose vor. Wurde jedoch eine Person ohne Symptome getestet, so ist eben keine Aussage über Infektiösität möglich. Eine Anordnung von Quarantäne bleibt grundlos und ist nicht gerichtsfest. Die Bezeichnung als „Neuinfektion“, wie in der ZIB1 des ORF häufig zu hören, schlicht falsch.

Ungenaue Auswertung durch das Labor – der Ct-Wert

In den Proben sind nur geringe Mengen von Viren oder deren Fragmente enthalten. Sie müssen vervielfältigt werden um sie sichtbar zu machen. Je mehr Viren noch im Körper sind, desto weniger Zyklen der Vervielfältigung werden zur Erkennung benötigt. Diese Zahl – der Ct-Wert -liefert also offensichtlich eine wichtige diagnostische Information. Sie wird aber in der Regel durch die Labore nicht übermittelt.

Mit jedem Zyklus wird die Anzahl der RNA-Fragmente verdoppelt, nach 2 Zyklen wurden als aus einem RNA-Fragment 4. Nach 23 Zyklen erhält man die 10-fache Menge wie nach 20. Die Infektiösität einer Person, bei der schon nach 20 Zyklen das Vorhandensein von Viren oder deren Fragmente erkannt werden, ist also 10 mal größer als die, bei der 23 Zyklen benötigt werden.

Und der Unterschied wird immer krasser. Der Unterschied zwischen 37 und 27 Zyklen beträgt bereits einen Faktor 1000 in der ursprünglichen Virenlast. Die Zahl der benötigten Zyklen ist umgekehrt proportional zur Virenlast.

Es hört sich fast unglaublich an, dass das von den Behörden nicht berücksichtigt wird. Labore berichten diese Zahl der zur Erkennung benötigten Zyklen nicht.

Die meisten Maschinen, die die Proben auswerten, sind auf eine Schwelle von 37 bis 40 Zyklen eingestellt. Reduziert man diese Schwelle auf 30 Zyklen, so verringert sich die Zahl der „bestätigten Fälle“ um 40 bis 90 Prozent, wie Untersuchungen in den USA gezeigt haben, so ein Bericht der New York Times. Die steigenden „Fallzahlen“ in Österreich und Europa würden mit dieser wissenschaftlich fundierten Korrektur sofort anders aussehen.

Reduktion der Ct-Werte nötig

Wie die Times of India berichtet, gehen die Ärzte und Wissenschaftler in Indien sogar noch weiter. Immer mehr Ärzte senden Proben nur mehr an Labore, die den Ct-Wert mit dem Ergebnis bekannt geben. Wenn der Ct-Wert zwischen 20 und 25 liegt, so genügt Quarantäne zu Hause. Unter 20 wird dagegen sofortige Hospitalisierung vorgenommen, da ein ernsterer Krankheitsverlauf zu erwarten ist. Über 25 werden bei symptomlosen Personen keine Maßnahmen für nötig erachtet.

Schränkt man den Ct-Wert auf 25 ein, reduzieren sich die „Fallzahlen“ nochmals deutlich. Epidemiologisch sinnvoll wäre lediglich die Erfassung infektiöser Menschen. Gemacht wird das aber nicht.

Die falsch-positiven Ergebnisse

Es spricht sich langsam herum, dass je nach Zahl der durchgeführten Tests bei symptomlosen Personen ein mehr oder weniger großer Anteil von falsch-positiven Ergebnissen dabei ist. Maßgeblich dafür sind die Prozentsätze für Sensitivität und Spezifität.

  • Sensitivität misst den Anteil der tatsächlichen Positiven, die korrekt als solche erkannt werden.
  • Spezifität misst den Anteil der tatsächlichen Negativen, die korrekt als solche identifiziert werden.

Wie genau der PCR Test misst wurde von INSTAND e.V., Gesellschaft zur Förderung der Qualitätssicherung in medizinischen Laboratorien, erhoben. Die aktuellste Auswertung vom 3. Juni zeigt, dass von drei mit Viren versetzten Proben 98,9% bis 99,7% korrekt als positiv erkannt wurden, eine sehr stark verdünnte Probe nur mehr zu 93%.

Bei den Proben, die keine SARS-Cov-2 Viren enthielten, waren zwischen 97,8% und 98,6% der Ergebnisse korrekt negativ, aber eben zwischen 2,2% und 1,4% waren falsch-positiv. Im weiteren verwende ich einen Wert von je 1% falsch-negativen und falsch-positiven.

Wie gut oder schlecht die Ergebnisse sind, hängt von der Vortestwahrscheinlichkeit oder Prävalenz ab. Gibt es unter 1000 Menschen im Durchschnitt 1 tatsächlich infizierten Fall, so werden uns 100.000 Tests folgendes liefern:

  • 99 richtig-positive und 1 falsch-negativen
  • von den verbleibenden 99.900 Tests werden jedoch 99,9 falsch-positiv sein und 99.800 sind richtig-negativ

Wir haben also 1 falsch-negatives unter 99.801 negativen Ergebnissen, aber 99,9 falsch-positive unter 199 positiven.

Wenn Personen ohne Symptome getestet werden ist aber eher nur 1 unter 10.000 tatsächlich infiziert. Damit verschiebt sich die Chance auf ein falsch-negatives Ergebnis auf 1 unter 99.990, was kaum einen Unterschied zum vorherigen Ergebnis macht. Bei den falsch-positiven wird der Anteil aber mit 100 falsch-positive unter 110 positiven deutlich größer, nämlich rund 90%.

Grundsätzlich ist also beim Test von Personen ohne Symptome ein hoher Anteil von falsch-positiven Ergebnissen zu erwarten, beim Test von Personen mit Symptomen aber überwiegend richtige Ergebnisse.

Viele falsche Ergebnisse sind die Regel

Beim PCR-Test sind also viele falsche Ergebnisse zu erwarten, wenn so wie das derzeit zum Beispiel in Wien gehandhabt wird, die Grundregeln für sinnvolles Testen nicht beachtet werden.

Werden Personen ohne Symptome getestet, so sollte der Ct-Wert höchstens 30 betragen um ein positives Ergebnis anzunehmen. Dennoch ist auch dann die Wahrscheinlichkeit eines falsch positiven Ergebnisses noch groß, die nur durch einen zweiten Kontrolltest deutlich reduziert werden kann. Nachdem ein positives Ergebnis gravierende persönliche und wirtschaftliche Auswirkungen haben kann, sollte eine B-Probe wie etwa bei einem Dopingtest vorgenommen werden.

Keine Gerichtsfestigkeit

Werner Bergholz, Professor of Electrical Engineering an der Jacobs University, Experte für Qualitäts- und Risikomanagement, hat eine Auswertung der Corona Statistiken aus wissenschaftlicher und Risikomanagement Sicht vorgenommen. Die Präsentation gibt es hier als PDF zum Herunterladen.

Der Experte Bergholz beschreibt zunächst die Anforderungen an „offizielle“ und „gerichtsfeste“ Messtechnik, egal ob in der Industrie, der Verwaltung oder im Gesundheitswesen. Die Messung muss geeicht sein, sie muss reproduzierbar und wiederholbar sein, sie muss validiert sein und die Toleranzen müssen bekannt und in die Bewertung der Messung einfließen. All dies trifft auf den PCR-Test nicht zu.

Eine Klage gegen einen auf falscher Basis beruhenden Bescheid, der erheblichen wirtschaftlichen oder anderen Schaden verursacht hat, wird deshalb mit großer Wahrscheinlichkeit zum Erfolg führen. Auch Sammelklagen gegen den Test sind durchaus denkbar und in den klagsfreudigen USA auch nicht unwahrscheinlich. Bergholz führt auch noch eine Reihe von Gründen an, warum  ein hoher Prozentsatz von falsch positiven Ergebnissen vorliegt und zerpflückt die Argumente der Verteidiger.

Testergebnisse werden nur unvollständig erfasst

Das Gesundheitsministerium bestätigt auf Anfrage nur die Meldung der positiven Tests in das Epidemiologische Meldesystem (EMS).  Das teilt das Gesundheitsministerium auf meine Anfrage mit:

Jede positive Probe – ob durch Screening oder Behörde – wird im EMS eingemeldet. Negative Proben werden nur bei behördlich angeordneten Testungen ins EMS gemeldet.

Schon erstaunlich, dass die Verantwortlichen diese Zahl nicht interessiert, ist doch die Positivenrate ein wichtiger Indikator, ob Infektionen zunehmen oder nicht. Wichtiger jedenfalls als die absolute Zahl der positiven Tests, die ohnehin definitiv falsch und zu hoch ist

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