“Wir sind keine Versuchskaninchen“: Impfpflicht-Debatte in Italien erhitzt die Gemüter in der Corona-Krise

Papst Franziskus hat angesichts der Corona-Pandemie erneut zur Solidarität gemahnt. Die Umsetzung der Schutzmaßnahmen hänge von der Verantwortung jedes einzelnen ab. 

Jede Handlung habe Konsequenzen für andere, schrieb Franziskus in einem Beitrag für die spanische Zeitschrift „Vida Nueva“ (Freitag). Die Krise mache deutlich, dass die Menschheitsfamilie sich auf der Suche nach einer nachhaltigen und ganzheitlichen Entwicklung zusammenschließen müsse. Man dürfe nicht eine Zwangsimpfung einführen und auch nicht eine Maskenpflicht Aufdrängen.Die Menschen sollen einen Gesunden Hausverstand benützen.

Corona in Italien: Vorschlag von Virologe erzürnt die Gemüter -„Wir sind keine Versuchskaninchen“

Italien will im Kampf gegen die Corona-Pandemie bald eine Tracking-App testen. Die Anwendung soll auf freiwilliger Basis heruntergeladen und zunächst in mehreren italienischen Regionen getestet werden. Dies teilte die italienische Regierung auf ihrer Website mit. Ein entsprechendes Regierungsdekret wurde am Donnerstagabend unterzeichnet. Die App „Immuni“ des Mailänder Unternehmens Bending Spoons basiert den Angaben zufolge auf Bluetooth und nicht auf Geolokalisierung.

Der Nutzer soll dabei die Kontrolle über seine Daten behalten. Erst wenn er feststellt, dass er sich mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert hat, sendet er seine Daten an einen Server. Über Bluetooth werden dann alle seine zurückliegenden Kontakte ermittelt und gewarnt. Die App entspricht den Angaben zufolge den europäischen Datenschutzbestimmungen. Das Unternehmen hat der Regierung die Nutzungsrechte und künftige Aktualisierungen kostenlos überlassen.

Auch in Deutschland arbeiten Experten an einer solchen App. Italien könnte damit als Vorreiter dienen.

Corona in Italien: Vorschlag von Virologe erzürnt die Gemüter -„Wir sind keine Versuchskaninchen“

Weltweit sind die Bemühungen groß möglichst bald einen Impfstoff gegen das Coronavirus zu entwickeln. Bislang bleiben die großen Erfolge aus. Experten weisen außerdem immer wieder daraufhin, dass die Entwicklung eines Impfstoffs einen langen Zeitraum beanspruchen wird. In Italien wieder dennoch bereits über einen möglichen Impfpflicht diskutiert. 

Der italienische Vize-Gesundheitsminister Pierpaolo Sileri, der die Thematik ins Gespräch brachte,sagte. „Angesichts der Schäden, die das Virus angerichtet hat, müsste die Impfung gegen Covid-19 Pflicht sein. Wenn einmal Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffs garantiert sind, müssten alle geimpft werden, so dass sich niemand mehr anstecken kann“, sagte er. Walter Riccardi, Mitglied der WHO und zudem Berater des italienischen Gesundheitsministerium, sieht das anders. Die Italiener hätten die Angst vor dem Coronavirus persönlich erlebt und würden sich deshalb freiwillig impfen lassen, so Riccardi. 

Sara Cunial wehrt sich nun gegen den Vorschlag des Virologen Roberto Buriono. Seinem Vorschlag nach sollen junge Menschen, Angehörige des Militärs oder ältere Menschen geimpft werden und anschließend mit dem Coronavirus infiziert werden, um so herauszufinden, ob der Impfstoff wirke. Sara Cunial ist Parlamentarierin und Anführerin der Anti-Impf-Bewegung „No Vax“. Sie ist der Meinung, dass Experimente an Versuchspersonen auf Kosten von Staatsdienern ein „krimineller Akt“ sei, der gegen die fundamentalen Menschenrechte verstoße.

Der Gewerkschaftsverband des italienischen Militärs schloss sich dieser Meinung an und zeigte sich in Sorge. „Wir sind keine Versuchskaninchen“, so Sprecher.

Bei Razzien wurden der Nachrichtenagentur Ansa zufolge E-Mails und Dokumente beschlagnahmt. Virus-Abstriche oder die Nutzung eines Mundschutzes wurden in den entsprechenden Dokumenten thematisiert, hieß es. 

Auch elektronische Schriftwechsel lombardischer Behörden über den Umgang mit Patienten wurden sichergestellt. Es gehe um Vorwürfe der Virus-Ausbreitung – und um Totschlag

Bereits einige Tage zuvor hatte die Staatsanwaltschaft in Mailand Ermittlungen zu mehreren Altenheimen aufgenommen, nachdem es zu Hinweisen und Anzeigen durch Familienangehörige und Mitarbeiter gekommen war. 

Bei einer großen Seniorenredisenz, der „Pio Albergo Trivulzio“, die am Dienstag durchsucht wurde, sprechen Zeitungen von über 100 „unklaren Todesfällen“. Die Vorwürfe wies die Leitung des Heims zurück, man habe sich laut Ansa an die behördlichen Vorgaben gehalten.

Des Vizepräsidents der Lombardei, Fabrizio Sala, hat eine Kommission zur Aufklärung der Fälle eingerichtet.

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